Dr Hering, Dr. Jäger

Hoffnung für Patienten mit therapieresistentem Asthma bronchiale durch „Biologika“

Biologische Therapieansätze, die nicht auf chemische sondern biologische Wirkstoffe setzen, halten derzeit Einzug in die Behandlung des schweren Asthma bronchiale. Dies gibt Hoffnung für Asthmapatienten, die mit inhalativem Kortison und Atemwegserweiterern, die als Sprays oder Pulverinhalatoren seit Jahren im Einsatz sind, nicht ausreichend kontrollierbar sind und häufig Kortison in Tablettenform einnehmen müssen.

Zu diesem Thema hielt Dr. Thomas Hering aus Berlin einen iaufschlussreichen Vortrag auf den 5. Novartis Pneumologentagen in Berlin Ende Januar 2016.

Diese sogenannten „Biologika“ blockieren als maßgeschneiderte zielgerichtete Antikörper Asthma-Botenstoffe (= Zytokine) in der Zelle wie Interleukin-5 (IL-5) oder deren Andockstellen (Rezeptoren). Zytokine seien der entscheidende Auslöser für Wachstum, Differenzierung, Aktivierung und Überleben von eosinophilen Granulozyten, die eine Schlüsselrolle in der Entzündungskaskade beim Asthma einnehmen, so Dr. Hering.

Durch den Einsatz dieser sehr teuren neuen Antikörper können laut Studienergebnissen akute Asthma-Verschlechterungen (= Exacerbationen) verringert, die Lungenfunktion verbessert und der Bedarf nach kortisonhaltigen Sprays oder Kortisontabletten verringert werden.

Allerdings ist der Einsatz dieser neuen Medikamente an bestimmte „Asthmatypen“ gebunden, die man inzwischen besser unterscheiden kann als früher: Es müssen im Blutbild oder im Sputum (abgehustetes Bronchialsekret) z.B. eine hohe Anzahl bestimmter Entzündungszellen, die „eosinophilen Granulozyten“ (sogenanntes „eosinophiles Asthma“) feststellbar und Allergien ausgeschlossen sein.

Seit Februar 2016 ist dieses neue Medikament in Deutschland zugelassen (Nucala) und muss alle 4 Wochen unter die Haut gespritzt werden.

Für Patienten mit schwerem allergischem Asthma, ganzjährigen Allergien und einem hohen Gesamt-IgE Spiegel ist seit Jahren erfolgreich ein monoklonaler IgE-Antikörper im Einsatz (Name: Omalizumab (z.B. Xolair), der den hohen Spiegel an Immunglobulin-E im Blut dieser Patienten senken und damit zur Symptomlinderung führen kann. Allerdings muß dieser Antikörper ebenfalls regelmäßig unter die Haut gespritzt werden, ggf. lebenslang.

Weitere klinische Forschungen laufen mit anderen IL5-Antikörpern für eosinophiles Asthma oder Antikörpern gegen Interleukin-13. Bisher kommt für diese neuen individualisierten Asthmatherapieformen nur eine kleine Patientengruppe in Betracht.

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