Tauchtauglichkeit

Bei der Tauchtauglichkeitsuntersuchung stellt der Arzt mit einem medizinischen Attest die Eignung für das Tauchen fest. Die Untersuchung auf Tauchtauglichkeit wird von den meisten Tauchschulen oder Tauchsportverbänden vor einer Tauchausbildung oder der Teilnahme an Prüfungen gefordert. Tauchbasen im Ausland fordern zunehmend ebenfalls eine Tachtauglichkeitsbescheinigung vor dem ersten Tauchgang. Die Tauchtauglichkeit ist gegeben wenn der Proband gesund ist und alle erhobenen Befunde unauffällig sind. Besonders wichtig ist hierbei der Ausschluss von relevanten Herz-Kreislauferkrankungen, von Lungenerkrankungen und psychiatrischen Auffälligkeiten.

Mondfisch

Den Mondfisch zu sehen ist für einen Taucher ein sehr seltenes und unvergessliches Erlebnis. Foto: Per-Ola Norman

Aber auch bei Abweichungen von der Norm oder bei bestimmten Gesundheitsstörungen kann das Tauchen mit Einschränkungen möglich sein. Z.B. mit kürzeren Untersuchungsintervallen oder geringerer erlaubter Tauchtiefe. Die Analyse tödlicher Tauchunfälle zeigt in bis zu 50% der Fälle vor bestehende medizinische Risikofaktoren als Hauptursache für den Unfall bzw. als ursächlich beteiligt. In Deutschland kann eine Tauchtauglichkeitsbescheinigung für Sporttaucher im Prinzip jeder approbierte Arzt ausstellen. Sicherer für den Taucher ist es jedoch, wenn der bescheinigende Arzt über entsprechende nachgewiesene Qualifikationen verfügt und am besten auch selbst Taucherfahrung besitzt. Jedem gesundheitsbewussten Taucher wird empfohlen, sich durch einen tauchmedizinisch ausgebildeten Arzt untersuchen zu lassen.

Frau Dr. Doris Jäger kann eine abgeschlossene Weiterbildung in der Tauchmedizin nach den Regeln der Deutschen Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (DGTÜM) vorweisen. Diese Qualifikation muss regelmäßig durch Auffrischungskurse und Weiterbildungen erneuert werden. Sie wird in den Empfehlungslisten der Gesellschaft als qualifizierte Tauchärztin ausgewiesen.

Umfang der Untersuchung

Zwingend erforderlich für eine aussagekräftige Untersuchung sind eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie, besser Bodyplethysmographie), ein EKG(ab einem gewissen Alter ein Belastungs-EKG), eine Röntgenthoraxuntersuchung ab einem Alter von 40 Jahren oder bei auffälligen klinischen Hinweisen auf eine kardiopulmonale Erkrankung, eine körperliche Untersuchung und Anamneseerhebung des Tauchinteressierten sowie eine Inspektion der Trommelfelle. Letztere müssen reizlos und intakt sein, um einen reibungslosen Druckausgleich beim Abtauchen zu ermöglichen.

Tauchtaugligkeit

Untersuchung des Trommelfells auf Beschädigungen durch die Ärztin.

Ergeben sich aus der Vorgeschichte z.B. Hinweise auf ein Asthma bronchiale, so sollte zusätzlich eine unspezifische bronchiale Provokation durchgeführt werden, um ein überempfindliches Bronchialsystemaus zu schließen, welches bei der Einatmung der trockenen komprimierten Luft aus den Atemflaschen zu einer akuten Verengung der Bronchien und zu einem Asthmaanfall führen könnte. Nur ein voll kontrolliertes leichteres Asthmaerlaubt das Tauchen. V.a. Raucher sollten bei dieser Untersuchung eine COP Dausschließen lassen, da auch hierbei erhöhte Risiken beim Tauchen bestehen. Eine gut medikamentös eingestellte arterielle Hypertonie stellt in der Regel kein Hindernis für das Sporttauchen dar.

Spezielle Vorerkrankungen solltem dem Taucharzt nicht verschwiegen werden, sonst kann eine sichere Beratung nicht erfolgen (z.B. Zustand nach früherem Spontanpneumothorax oder Zustand nach operativen Eingriffen im Brustkorb oder im Bereich der Ohren und Nasennebenhöhlen).

Kosten der Tauchtauglichkeitsuntersuchung in unserer Praxis

Eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung stellt keine Kassenleistung dar und muss vom Sportler selbst bezahlt werden.

Der Preis liegt zwischen 100,- und ca. 130,- Euro je nach Umfang der notwendigen Untersuchungen (abhängig vom Alter und den Vorerkrankungen).

Die einzelnen Leistungen werden nach der sogenannten GOÄ, der Gebührenordnung für Privatpatienten, abgerechten (bei uns mit dem 1,0 fachen Satz). Die einzelnen Positionen sind auf der Rechnung aufgelistet und somit würden Probanden transparent. Überflüssige Untersuchungen werden vermieden.

Intervall der Tauchtauglichkeitsuntersuchungen

Für gesunde Personen bis zum 40. Lebensjahr gilt ein Intervall von 3 Jahren als angemessen. Da ab dem 40. Lebensjahr die Prävalenzkardiovaskulärer und Stoffwechselerkrankungen sowie von Muskel- und Skelettbeschwerden ansteigt, wird ab Vollendung des 40. Lebensjahres ein deutlich kürzeres Untersuchungsintervall vom 1 Jahr empfohlen.

Grundsätzlich sollte sich ein Taucher nach jeder schweren Erkrankung, nach operativen Eingriffen oder v.a. nach einem Tauchunfallunabhängig vom ursprünglichen Untersuchungsintervall einer erneuten Untersuchung durch eine tauchmedizinisch ausgebildeten Arzt unterziehen.