Nicht-medikamentöse Therapieempfehlungen für COPD – Patienten

  • Inhalationstherapie mit dem Ultraschallvernebler

Patienten mit COPD, die eine inhalative Dauertherapie erhalten, wird empfohlen regelmäßig, also meist täglich, eine Therapiesitzung mit dem Ultraschallvernebler durchzuführen.

Dazu sollte bei unkompliziertem Verlauf der Erkrankung eine sterile, in der Apotheke für die Anwendung portionierte Kochsalzlösung verwendet werden. Von der Sebstherstellung dieser Lösungen mit Kochsalz und anschließendem „Sterilisieren“ durch Abkochen wird dabei abgeraten, da die Kochsalzkonzentration dabei leicht zu hoch oder zu niedrig sein kann und Sterilität nicht sicher erreicht wird.

Die regelmäßige Inhalation fördert die Sekretmobilisation in den Atemwegen und erleichter dadurch das Abhusten. Sind die Atemwege frei von Schleim, fällt dem Patienten in der Regel auch die Atmung wieder leichter. Eine feste Tageszeit ist nicht vorgeschrieben. Es empfiehlt sich aber einen Zeitpunkt zu wählen, wo man entspannt ist und keine anderen Termine drängen.

In der Exacerbation der COPD (= akute relativ plötzlich einsetzende Verschlechterung mit Zunahme von Atemnot und vermehrt eitriger Sekretbildung) können als Inhalierlösung auch medikamentenhaltige Präparate verordnet werden:

  1. Kortisonhaltige Inhalate, v.a. wenn ein unproduktiver sehr belastender Reizhusten vorliegt und der Schleim festsitzt.
  2. atemwegserweiternde Inhalate, die z.B. Ipratropiumbromid enthalten, welches so ähnlich wirkt wie Spiriva, oder Salbutamol-Fertiginhalat, das Sie als Notfallspray kennen.

Die Inhalation dieser atemwegserweiternden Lösungen wird besonders auch Patienten mit den schwereren Stadien 3 oder 4 der Erkrankung empfohlen, die unter sehr häufiger stärkerer Luftnot leiden. Sie können es auch in Phasen ohne akuten Infekt regelmäßig, am besten abwechselnd, inhalieren und erfahren dadurch neben der Schleimlösung auch eine Atemerleichterung.

die medikamentenhaltigen Präparate können natürlich, im Gegensatz zur reinen Kochsalzlösung, auf Kassenrezept verordnet werden. Sprechen Sie mich beim nächsten Besuch ruhig darauf an! Auch das Inhaliergerät kann bei entsprechender Indikation verschrieben werden.

Inhalliergerät für die Anwendung schleimlösender Lösungen für COPD Patienten

Untraschallvernebler für die Schleimlösung.

  • Atemtherapiegeräte

In den Leitlinien wird COPD-Patienten die Anwendung von sogenannten PEP-Systemen (= positiver Druck beim Ausatmen) empfohlen. Das Training mit diesen Geräten (RC-Cornet®, Flutter VRP1®) erweitert die Bronchien und erleichtert das Abhusten.

1. Flutter

Bestimmte Medizinprodukte, die Patienten mit Asthma bronchiale, Mukoviszidose und anderen Erkrankungen das Abhusten von Sekret erleichtern können, werden als Flutter bezeichnet. Auch die Bezeichnung VRP (vario-resistance-pressure) wird verwendet.[1]

Diese Atemtherapiegeräte bestehen aus einem Mundstück und einer Metallkugel, welche in einem Trichter liegt und einen Widerstand beim Ausatmen bildet. Während der Ausatemphase wird im Bronchialsystem ein oszillierender Gegendruck erzeugt, welcher den Schleim lockert und einen Kollaps der Atemwege verhindert. Dadurch bleiben die Bronchien offen und es kann leichter abgehustet werden.

Bei instabilen Atemwegen kann der Schleim nicht abtransportiert werden. Flutter sollen – ähnlich wie andere Geräte zum selbstständigen Atemtraining, PEEP-Ventile oder die einfache Lippenbremse – die Atemnot verringern und die Gefahr von Infektionen und Entzündungen durch Bronchialschleim im Sinne von Pneumonieprophylaxe vermindern.

Flutter, zerlegt

2. NC-Cornet oder NC-Cornet Plus

Das Atemtherapiegerät RC-Cornet® befreit die Atemwege effektiv von festsitzendem Bronchialschleim, reduziert Atemnot und Husten.

Mit dem oszillierenden PEP-System RC-Cornet® werden die Schleimhäute auf physikalischem Wege massiert und die Bronchien der unteren Atemwege erweitert – ganz ohne den Einsatz von Medikamenten.

Beim Ausatmen in das RC-Cornet® entstehen Vibrationen im Inneren des Geräts, die sich auf die Atemwege übertragen und die Verstopfungen lösen, so dass der Schleim wieder abfließt und die Entzündungen sich zurückbilden können.

Das RC-Cornet® bei COPD und Lungenemphysem:

  • befreit von festsitzendem Bronchialschleim
  • weitet die Bronchien und vermindert die Atemnot
  • erleichtert das Abhusten

Die RC-Maske Tracheostoma ermöglicht auch tracheotomierten Patienten die Atemtherapie mit dem RC-Cornet®.

Fachverbände empfehlen das RC-Cornet® bei

  • COPD und Lungenemphysem
  • Asthma bronchiale
  • Bronchiektasie
  • Mukoviszidose
  • Raucherhusten

Atemtherapie durch Oszillation

innerer Aufbau

osziliierende Atemtherapie

 

Herstellervideo zur Anwendung des RC-Cornet

 

  • Physiotherapie und Lungensport bei COPD

Mehrere Studien belegen, dass Kraft- und Ausdauertraining bei COPD helfen, die körperliche Belastbarkeit zu steigern und das Fortschreiten der Lungenkrankheit zu verhindern. Daher sind Bewegung und angemessene sportliche Aktivität grundsätzlich ein wichtiger Teil der Therapie.

Leiden die Betroffenen unter starken Symptomen wie Atemnot oder Husten mit Auswurf, sind gezielte Übungen unter fachlicher Anleitung sinnvoll. Atemtechniken und -übungen zur Stärkung der Atemmuskulatur lassen sich z.B. im Rahmen einer Atemphysiotherapie oder in einer Lungensportgruppe erlernen.

Atemphysiotherapie kann bei entsprechender Indikation von uns verordnet werden. Auch die Teilnahme am Lungensport ist sehr zu empfehlen. Die Durchführung ist speziell ausgebildeten Sporttherapeuten vorbehalten. Die Anforderungen werden der Leistungsfähigkeit des Patienten angepasst, wenn man sich überfordert fühlt macht man einfach eine kleine Pause.

Die Teilnahme am Lungensport fördert die basale Leistungsfähigkeit des Lungenkranken, erneuert und festigt soziale Kontakte, wirkt damit sozialer Isolation und Depressionen entgegen und stärkt neu das Selbstbewußtsein. Regelmäßige Teilnahme am Lungensport verbessert auch die Leistungsfähigkeit in Ihrem Alltag.

Wir können Ihnen bei Interesse eine „Schnupperstunde“ vermitteln. Über unserer Praxis sitzt der Rehasport- und Behindertensportverband. Die freundlichen Kollegen dort beraten Sie dabei, eine wohnortnahe Therapiesportgruppe zu finden. Die Verordnung für die Krankenkasse erhalten Sie bei uns. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel zunächst 50 Therapiestunden.

 

 

  • Raucherentwöhnung:

Wir bieten Kurse zur Raucherentwöhnung in Kooperation mit dem Medizinischen Zentrum für Raucherentwöhung Leipzig an.