Sankt Nikolaus-Denkmal

Viele Türkei-Urlauber haben sich gewundert, wenn sie das kleine Städchen Demre an der türkischen Riviera besuchten, dass dies die Heimatstadt des Nikolaus ist. Stammt Sankt Nikolaus folglich aus der Türkei?

Legenden und Geschichten

Zahlreiche Legenden ranken sich um das Leben und die Wohltätigkeit des Nikolaus. Sie erzählen beispielsweise vom Geldgeschenk, das er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf um zu verhindern, dass der Vater seine Töchter zur Prostitution hergeben musste.

Drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte konnte er retten, indem er im Traum dem Kaiser erschien und um ihre Befreiung bat. In einer anderen Version rettete er sie, indem er das Schwert des Henkers abwehrend ergriff.

Um ein in Seenot geratenes Schiff mit drei Pilgern zu retten, die von Ephesus ausfuhren und das für eine christliche Kapelle bestimmte heilige Öl in den Diana-Tempel zurückbringen sollten, begab er sich an Bord, stillte den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen.

Drei Jungen fielen auf der Suche nach Arbeit dem Metzger in die Hände, der sie in ein Pökelfass steckte und zu Wurst verarbeiten wollte. Sie waren schon zerteilt, als der Bischof davon erfuhr und sie wieder zum Leben erweckte.

In der Legende von den Getreidehändlern erbat Nikolaus bei einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe nur 100 Scheffel Korn und versicherte, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen werde, was sich auch bewahrheitete. Nikolaus aber konnte seine Gemeinde auf Jahre hinaus ernähren und sogar Saatgut austeilen.

Die Legenden bezeichnet ihn als einen temperamentvollen Streiter und zugleich als einen Mann der fähig ist, geschickt zu vermitteln und Gnade vor Recht ergehen zu lassen.

Sankt Nikolaus aus Myra

Neuere Darstellung des Sankt Nikolaus in Myra.

Herkunft und Leben

Nikolaus wurde um 280 / 286 in Patara in Lykien in der heutigen Türkei geboren und starb zwischen 345 und 351 in Myra, dem heutigen Kocademre bei Kale. Allerdings gab es dort damals keine Türken, die Region war eine griechische Kolonie. So ist es sehr wahrscheinlich, dass St. Nikolaus ein Grieche war.

Nikolaus wurde von seinem Onkel, Bischof Nikolaus von Myra, im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht und als Abt im Kloster von Sion nahe seiner Heimatstadt eingesetzt.

Als seine Eltern an der Pest starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen und verteilte es an Arme.

Nach dem Tod seines Onkels pilgerte Nikolaus ins Heilige Land. Nach seiner Rückkehr wählte ihn die Gemeinde zum neuen Bischof.

Von der antiken Stadt Myra sind heute nur noch Ruinen in der Nähe der türkischen Stadt Demre erhalten, aber der Kult des wundertätigen Bischofs breitete sich von dort schon bald nach seinem Tod am 6. Dezember 343 im gesamten Abendland aus.

Felsengräber Myra

Myra ist nicht nur für den Nikolaus, sondern auch für die spektakulären Felsengräber bekannt.

Der Kult um Nikolaus entwickelte sich weiter und Kaiser Justinian weihte ihm Mitte des 6. Jahrhunderts eine Kirche in Konstantinopel. Der Kult verbreitete sich auch in Griechenland und kam dann in die slawischen Länder.

Über die byzantinische Tradition wurde Nikolaus auch einer der am meisten verehrten Heiligen im Osten, er folgte dort in der Verehrung unmittelbar nach Maria. Die größte Popularität genoß Nikolaus in Russland, wo man ihn zum Patron des russischen Volkes erhob und sogar zum Beschützer der Schnapsbrenner machte. Noch heute heißt das russische Wort für „sich betrinken“ – abgeleitet vom Namen Nikolaus – „nikolitjsja“.

Sein zerbrochener, leerer Sarkophag wird noch heute in der wiederhergestellten Unterkirche von Demre von Wallfahrern der Ostkirche verehrt.

Grab_Nikolaus

Geplünderter Sarkophag des Heilgen Nikolaus in der Basilika in Demre.                                                                                                        By The original uploader Sjoehest at German Wikipedia (Transferred from de.wikipedia to Commons.) [GFDL (https://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Dass von der Grabstelle von Heiligen und insbesondere den Reliquien eine außergewöhnliche Wirkung ausgeht, ist ein Phänomen, das in der Religionsgeschichte auch schon in der vorchristlichen Antike auftaucht.

Dies führte schließlich dazu, dass die Reliquien des Bischofs Nikolaus im Jahre 1087 von 47 Rittern der süditalienischen Stadt Bari geraubt und in ihre Heimatstadt verbracht wurden. Ihr schlechtes Gewissen wegen des Raubes beruhigten die Barenser mit der Vorstellung, dass sie die sterblichen Überreste von Nikolaus vor den Ungläubigen gerettet hätten, da immer wieder Muslime die Stadt Myra belagerten.

Als Überführungstag gilt der 8. Mai, der in Bari mit einem großen Umzug begangen wird. In Bari wurden neben Kirchen und einem Platz auch das moderne Fußballstadion nach ihm benannt.

basilika sankt nikolaus

Die neue Heimstatt von Sankt Nikolaus in Bari (Italien, Apulien)

Doch die Nikolaus Verehrung wuchs auch nördlich der Alpen, überall im lateinischen Abendland wurden Kirchen nach dem Heiligen Nikolaus benannt. Vor allem in Hafenstädten weihte man Nikolaus als dem Schutzheiligen der Seefahrt Kirchen und Kapellen.

Auch im Norden wollte man offenbar an der heiligen Wirkung der Gebeine des Heiligen Nikolaus Anteil haben: Im Jahre 1092 entwendete der Kreuzritter Aubert aus Varangeville ein Fingerendglied des Heiligen. In seiner Heimat Lothringen wurde später über der Daumen-Reliquie in Saint-Nicolas-de-Port eine Wallfahrtsbasilika errichtet.

Zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert wurden diesseits der Alpen über 2200 Kirchen nach Nikolaus benannt.

Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt. Der Kult um Nikolaus in Deutschland wurde im 10. Jahrhundert besonders durch Kaiserin Theophanu, die griechische Ehefrau des Kaisers Otto II. gefördert.

Der Weihnachtsmann mit weißem Bart und rotem Gewand ,der den Kindern am Heiligen Abend die Geschenke überreicht, ist eine Mixtur verschiedener Traditionen: indianische Traditionen, Weihnachtsbrauchtum in den USA, sowie „Sinterklaas“, der aus den Niederlanden in die USA eingewandert war und viele mehr. Und unser Grieche Sankt Nikolaus aus Myra? Er verhalf dem Weihnachtsmann-Bild von Coca Cola zum Durchbruch. Firmen-Designer Haddon Sundblom hatte sich von ihm inspirieren lassen, als er die Weihnachtsmann-Figur, wie wir sie heute kennen, kreierte: mit freundlichem Gesicht, Rauschebart, rotem Mantel und einem Sack mit Geschenken.

Die Pneumologische-Praxis Dr. Jäger wünscht Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest!

Quellen:

www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=4047

https://www.deutschlandfunk.de/nikolaus-kult-der-reliquienraub-am-anfang-einer.886.de.html?dram:article_id=305176

Die Wahrheit über den Weihnachtsmann von Coca Cola

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